Beratungskonzept

Die Förder- und Beratungszentren haben drei zentrale Aufgaben: Unterricht, Beratung und Unterstützung sowie Kooperation.

Förder- und Beratungszentren bieten Unterricht für Schülerinnen und Schüler an, deren Eltern dies wünschen. Er ist gekennzeichnet durch individuelle Förderung auf der Basis eines Förderplans. Dazu entwickeln Förder- und Beratungszentren auch neue Organisationsformen des Unterrichts, z.B. zeitlich befristete Förderkurse.

Sonderpädagogische Beratung und Unterstützung tragen zum Gelingen von inklusivem Unterricht bei. Sie beziehen sich auch auf Fragen zur Gestaltung des Schulalltags im inklusiven Unterricht. Dazu entwickeln Förder- und Beratungszentren entsprechende Konzepte.

Die Kinzing-Schule als Förder- und Beratungszentrum sowie die Stammschulen für Beratung haben die Aufgabe, gemeinsam Inklusion im Zuständigkeitsbereich des Förder- und Beratungszentrums qualitativ weiterzuentwickeln und durch präventive Maßnahmen sonderpädagogischen Förderbedarf von Kindern und Jugendlichen zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Prinzipien der Beratung

Die Beratung beruht auf Freiwilligkeit – das Bedürfnis und die Bereitschaft aktiv zu werden müssen vom Ratsuchenden ausgehen. Sie orientiert sich zudem primär an den Anliegen des Ratsuchenden, dessen Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit wird in einem nachfrageorientierten Beratungsprozess gewürdigt, aktiviert und unterstützt. Stellungnahmen der Beratenden zeichnen sich durch Wertschätzung gegenüber allen Beteiligten und eine Unabhängigkeit in den fachlichen Aussagen aus. Die Inhalte der Beratung unterliegen der Verschwiegenheit und werden nur mit ausdrücklicher Genehmigung (Schweigepflichtentbindung) mit anderen Personen oder Institutionen ausgetauscht.

Die Beratung setzt auf Seiten der Beratenden Kompetenzen, auf Seiten der Ratsuchenden Problembewusstsein und auf Seiten des Problems Lösbarkeit voraus. Beratung ist ein partnerschaftlicher Prozess, der neue Sichtweisen und Bewertungen ermöglichen und die Handlungskompetenz des Ratsuchenden stärken soll. Die Verantwortung für das Handeln verbleibt beim Ratsuchenden, die Beratenden übernehmen keine Verantwortung für positive oder negative Folgen der Beratung.

Zielgruppe der Beratung

Wir unterstützen mit unserer Arbeit den inklusiven Unterricht in den Regel- und Schwerpunktschulen des Kreises Neuwied und beraten auf Anfrage einzelne Personen, Gruppen oder Institutionen im Hinblick auf Schüler mit „drohendem“ oder bestehendem Förderbedarf. Beratungsanfragen an das Förder- und Beratungszentrum erfolgen durch Lehrkräfte von Schwerpunktschulen, Regelschulen und Stammschulen für Beratung. Ebenso können sich Erzieherinnen und Erzieher von Kindertagesstätten sowie Eltern mit Beratungsanfragen an das FBZ wenden.

Wesentliche Aufgaben der Beratung

Im Sinne der bestmöglichen Förderung eines Schülers ist der Auf- und Ausbau von Kooperations- und Vernetzungsstrukturen unabdingbar.

Auf der Basis einer erfolgreichen Zusammenarbeit aller am Erziehungs- und Bildungsprozess Beteiligten kann durch angemessene Vorkehrungen ein potenzieller Förderbedarf präventiv vermindert und zudem die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass ein Schüler in seinem schulischen Umfeld verbleiben kann (Steigerung der Inklusionsrate und Vermeidung von Drop-Out).

Unsere Beratung kann den Schüler in den Übergangsphasen seiner Schullaufbahn (KiTa – Primarstufe – Sekundarstufe I – Berufsbildende Schule) begleiten und den möglichen Wechsel an Regelschulen zum Erwerb höherer Bildungsabschlüsse unterstützen.

Prävention und Nachhaltigkeit sind die grundlegenden Intentionen der Beratung.

Möglicher Ablauf einer Beratung

So könnte eine Beratung durch das Förder- und Beratungszentrum Neuwied ablaufen.